Geschichte des Automobils
Das Automobil, das heute meist nur Auto oder PKW genannt wird, hat
nicht einen einzigen Erfinder, sondern eine lange
Entwicklungsgeschichte. Das Rad, das der viel späteren Entwicklung
des Automobils vorausgeht, wurde schon etwa um 4000 v. Chr.
erfunden. Noch im Mittelalter wurden die Wagen von Menschen oder
Tieren angetrieben. Zur Erfindung des Automobils war jedoch die
Erfindung einer Antriebsquelle notwendig, die die Menschen und Tiere
ersetzen würde. Anfang des 17. Jahrhunderts gelang es dem Holländer
Simon Stevin, einen Wagen mit Segelantrieb zu entwickeln. Der
Holländer Christiaan Huygens erfand 1673 einen Explosionsmotor, der
Schießpulver als Brennstoff nutzte. 1860 konnte der belgische
Ingenieur Joseph Etienne Lenoir ein Patent für den ersten
betriebsfähigen Gasmotor anmelden, der durch die Entzündung eines
Gas-Luft-Gemisches funktionierte. Dieses Ereignis zählt zum Beginn
der Automobilisierung.
Geschichte des Automobils ab dem 18 Jahrhundert
Nachdem ab dem späten 18. Jahrhundert die
ersten motorisierten Kutschen und Dampfwagen mit zwei Zylindern
erfunden wurden, arbeitete am Ende des 19. Jahrhunderts Carl Benz
erstmals an einem Dreirad-Fahrzeug mit Verbrennungsmotor und zur
gleichen Zeit arbeiteten Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach an
weiteren Fahrzeugen. Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach
entwickelten zusammen mit Nicolaus August Otto, dem Gründer der
Gasmotorenfabrik Deutz AG, 1876 die erste Viertaktmaschine, den
berühmten Otto-Motor.
Daimler und Maybach stellten auch später den ersten Motor her, der
mit Benzin als Kraftstoff funktionierte. Diesen Motor bauten sie
1886 in einen sogenannten Reitwagen ein, der eine
Höchstgeschwindigkeit von 16 km/h erreichte und als erstes Vorbild
für die weitere Entwicklung galt. Maybach arbeitete nach dem Tod
Daimlers an der Entwicklung des Vorgängers vom heutigen Mercedes.
Zeitgleich meldete Carl Benz am 29. Januar 1886 ein Patent für sein
dreirädriges Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb an. Dieser Tag gilt als
Erfindungsdatum des heutigen Automobils. Anfangs hatte das Fahrzeug
keinen Erfolg, erst mit der Entwicklung des "Velo" schaffte es Benz,
ein erfolgreiches Serienfahrzeug herzustellen.
Geschichte des Automobils um 1890
Um 1890 entstanden in
Europa und den USA die ersten Automobilfabriken, zum Beispiel
Peugeot entstand zu dieser Zeit in Frankreich. 1897 wurde von Rudolf
Diesel der erste Dieselmotor entwickelt. Erst nach 1900 konnte
Camille Natzy mit einem Elektroauto erstmals eine
Höchstgeschwindigkeit von über 100 km/h erreichen.
Im 20. Jahrhundert setzte sich dann der Hubkolbenmotor als Antrieb
für Automobile durch. Das Prinzip des ersten Automobils hat sich bis
heute gehalten, allerdings kamen im Laufe der Zeit viele technische
Neuerungen, die zur Entwicklung des heutigen Autos geführt haben.
Dazu gehören unter anderem der erste Allradantrieb und die Erfindung
der Scheibenwischer 1903, die Einführung von Automatikgetrieben
1940, die Erfindung der Benzindirekteinspritzanlage und der
Servolenkung 1951 und das erste vollelektrische Antiblockiersystem
(ABS) 1957. Weltweit gab es im Jahr 2002 etwa 590 Millionen
Automobile, allein in Deutschland waren es 2007 schon rund 55,5
Millionen. Heutzutage ist ein Auto kaum noch wegzudenken, da man mit
dem Fahrzeug in die
Ferien oder in den
Urlaub fahren kann.